Belize

Anreise

Nach dem Mexico-Aufenthalt und dem spannenden Grenzübergang sind wir nach einigen wenigen Stunden Fahrt in Belize City angekommen. Direkt an der Grenze wird über die Ausreisegebühr von 40 BZ$ pro Person informiert. Nach einer kurzen Nachfrage, ob wir etwas Illegales, Zigaretten, Alkohol, Essen oder Früchte mitführen (Letztere konnten wir unter Aufsicht eines Grenzbeamten schnell verspeisen 🙂 ) und einem Blick in den Pass bzw. Vergabe des Einreisestempels, waren wir ohne jegliche Kontrollen des Gepäcks in Belize offiziell eingereist.

Als kleinen Einstieg für den Post – Belize in einem Bild (Sorry für die grobe Übertreibung):

Belize City/Shitty oder Rush B(elize)

Bereits vorab haben wir die Route vom Busbahnhof zum Hotel herausgesucht. Es war nicht all zu weit, ca. 1,3 Kilometer, die wir locker zu Fuß zurücklegen legen wollten. Am Bahnhof angekommen, wird man förmlich von den herumstehenden Taxifahrern und anderen Menschen überfallen. Es wird teilweise auch nicht darauf reagiert, wenn die Hilfe deutlich abgewiesen wird. Wir versuchten uns zunächst in eine ruhige Ecke zu bewegen, um uns zu orientieren. Dies klappte nur bedingt – die Leute sind einfach nachgelaufen. Also begaben wir uns schnell in ungefähre Richtung des Hotels.

Da ist scheinbar kein vernünftig funktionierendes Abwassersystem existiert und es ausgiebig geregnet hat, standen alle Straßen unter Wasser, sodass wir schnell das Umschiffen aufgaben und durch das dreckige Wasser gelaufen sind. An sich ist die Durchquerung der Stadt auch am helllichten Tag, vor allem mit viel Gepäck, nicht zu empfehlen. Man wird an jeder Straßenecke wegen irgendetwas angesprochen und seltsam angeschaut. Ich vermute, dass die Fahrt mit einem Taxi zum Hotel zwischen 5 BZ$ und 10 BZ$ gekostet hätte. Dies ist je nach Lage des Hotels bzw. der Straßen, die überquert/abgelaufen werden müssen, eine gute Investition.

In mit Stacheldraht und hohem Zaun geschütztem Hotel angekommen (~ 35 EUR), haben wir in unserem Mini-Zimmer unsere Sachen ausgepackt und das Ende des Regens abgewartet. Anschließend ging es ein paar Blocks weiter in Richtung des Zentrums, um etwas Geld für das Abendessen und das Boot nach Caye Caulker abzuheben. Ebenfalls nicht die beste Idee war es nach dem Sonnenuntergang von Bank zu Bank zu laufen. Auch wenn das Zentrum der Stadt gut ausgeleuchtet ist und im Gegensatz zu den Stadtbezirken im Süden eine relativ niedrige Kriminalitätsrate aufweist, hatten wir stets das Gefühl beobachtet zu werden. Des Weiteren wurden uns alle zwei Meter Dienstleistungen (Haare flechten, Taxi), Waren (Essen, Drogen) angeboten oder wir wurden um Geld oder Essen angebettelt.

Fazit: Alles in Allem keine schöne Erfahrung. Die Stadt ist unsicher, dreckig und nicht touristenfreundlich. Sie wird von den Kartels als ein Drogen-Hub genutzt und hat eine der höchsten Kriminalitäts- und Mordraten weltweit. Auch wenn Touristen in den allermeisten Fällen davon nicht betroffen sind, würde ich die Stadt in Zukunft meiden. Wir waren leider etwas blauäugig und haben uns zuvor nicht ausreichend informiert. Hier trotzdem ein paar Bilder von dem Weg (bitte entschuldigt die Qualität, wir hatten nicht so viel Zeit^^)..

Caye Caulker

Von Belize City ging es mit einem der regelmäßig abfahrenden Boote für ca. 24 EUR (inkl. Return-Ticket) nach Caye Caulker. Die Insel ist relativ klein und schnell abgelaufen. Sie ist aufgrund der Nähe zu einem großen, intakten Korallenriff ein bekanntes und beliebtes Reiseziel. Wer jetzt schicke Fotos und Videos von der Natur erwartet, wird enttäuscht sein: Es hat durchgehend gestürmt und geregnet. Wir konnten leider keine einzige der vorab reservierten Touren aufgrund des kargen Wetters wahrnehmen – allesamt wurden sie von uns kurz vor der Abfahrt abgesagt. Die Betreiber sind jedoch recht kulant und haben das vorher hinterlegte Geld (10 BZ$) stets erstattet. Des Weiteren hat keiner versucht uns zu der Tour zu überreden („It’s up to you, guys!“). Der Ausflug auf die relativ teuere und sonst recht langweilige Insel hat sich also zumindest für uns leider nicht gelohnt. Hier ein paar verregnete Impressionen..

Essen

Das Essen auf der Insel ist recht teuer. Zur Verteidigung muss man jedoch sagen, dass die Portionen in der Regel zumindest für Gerichte ab 20-25 BZ$ riesig sind. Wir haben am zweiten Tag zudem einen kleinen Laden namens „Errolyn’s House of Fry Jacks“ entdeckt, der sich ziemlich gut zum Frühstücken geeignet hat. Dort gibt es traditionelle Jacks in verschiedenen Variationen, z.B. Bacon & Cheese oder Chicken & Cheese, für 2-5 BZ$ sowie einen günstigen und für die Insel überdurchschnittlich guten Kaffee.

Moneyz

Geldabhebungen waren bisher zumindest in Belize immer kostenpflichtig. In der Regel hat eine Abhebung zwischen 2 BZ$ und 5 BZ$ gekostet. Manche Banken/Automaten rasten komplett aus und verlangen zusätzlich 2,5% vom abgehobenen Betrag. Nicht so die auf dem Bild im Hintergrund abgebildete Atlantic Bank. Für Bargeldabhebungen an dem ATM wurden keinerlei Gebühren verlangt. Die Bank befindet sich gegenüber dem oben beschriebenen Jacks-Laden im Herzen der Insel (das Foto ist beim Warten auf die Jacks entstanden).

San Ignacio

Nach drei sehr stürmischen Nächten ging es nach San Ignacio. Aus Caye Caulker fuhren wir mit der Fähre nach Belize City. Kaum ausgestiegen, kamen bereits die ersten Verkäufer mit Angeboten zu verschiedenen Bussen auf uns zu. Mit einem haben wir uns bevor das Gepäck kam kurz unterhalten. Die Tour nach San Ignacio sollte normalerweise 20 US$ kosten, er würde nur für uns einen „Special price“ für 18 US$ machen. Wir gingen zunächst auf die Taxifahrer zu, um uns über die Preise direkt am Bahnhof zu informieren. Einer meinte, von Bahnhof mit einem Chickenbus würde es 14 BZ$ kosten – also 7 US$. Somit fiel der Kollege mit seinem Special-Price-Shuttle aus.

Wir waren dieses mal etwas schlauer und haben uns für 10 BZ$ ohne Handeln zum Busbahnhof bringen lassen. Dort im Terminal stießen wir zufällig auf einen älteren Einheimischen, der helfen wollte. Er hat uns über die Abfahrtzeit und den richtigen Busstand informiert. Nach einigen Minuten kam der Bus an und wir stiegen ein. Der Bus war alles andere als komfortabel und wir waren die einzigen Touristen. Nachdem wir aus der Stadt waren, kam die Kassiererin auf uns zu und meinte, dass die Fahrt nach San Ignacio für uns beide 18 BZ$ kosten würde – umgerechtet etwas weniger als 4 EUR p.P. für ca. 3-4  Stunden Fahrt. Der Preis hat die Fahrt um einiges angenehmer und bequemer gemacht. Des Weiteren wurden wir an einigen Haltestellen mit Essen versorgt (es laufen Verkäufer rein und bieten verschiedene „Delikatessen“ an). Die Fahrt bis nach San Ignacio verlief problemlos und sicher.

In San Ignacio wollten wir nach Caye Caulker etwas Geld sparen und haben uns für ca. 12 EUR die Nacht ein privates Zimmer mit geteiltem Bad in einem Hotel gebucht. Das Zimmer war sehr klein, dreckig und hatte oben eine Öffnung in den Flur, sodass jegliche Geräusche hörbar waren. An dieser Stelle vielen Dank unbekannterweise an das amerikanische Pärchen, dass für Action in dem kompletten Wohnbereich gesorgt hat – ihr wisst, was gemeint ist ^^.

Für den darauffolgenden und einzigen Tag haben wir uns zuerst überlegt, eine der bekannten ATM-Tours mitzumachen. Dies fiel jedoch weg, da die Tour 120 US$ p.P. kosten sollte und zudem jegliche Aufnahmegeräte, also Telefone, Action- und Digital-Cams, verboten sind (laut dem englischen Wikipedia-Artikel ist irgendeinem Idioten eine Kamera aus der Hand gefallen und hat einen antiken Schädel zerstört). Des Weiteren finden die Ausflüge aktuell (Ende Oktober) aufgrund von starken Regenfällen nur sporadisch statt, da die Höhlen zum Teil komplett mit Wasser vollgelaufen sind.

Statt der ATM-Tour sind wir auf eigene Faust nach Cahal Pech, einer Maya-Ruinenstätte in der Nähe von San Ignacio, aufgebrochen. Seit gefühlter Ewigkeit schien wieder die Sonne, sodass dieser Tag uns besonders schön vorkam. Trotz der Tatsache, dass wir relativ spät dort aufschlugen, war die Stätte fast leer. Der Eintritt hat uns 10 BZ$ p.P. gekostet. Wir konnten uns innerhalb der Stätte frei bewegen und auf alles klettern, was zur Verfügung stand.

Nach einer weiteren Nacht mit Riesen-Schaben ging es an die guatemaltekische Grenze. Mehr dazu im nächsten Post.

Grüße aus Guatemala & fleißig abonnieren

Peace

Das könnte Dich auch interessieren …

2 Antworten

  1. 31. Oktober 2017

    […] mehr korrekt, die Erstellung des Eintrages hat länger gedauert als erwartet. Wir sind aktuell auf Caye Caulker, Belize […]

  2. 9. November 2017

    […] In San Ignacio haben wir uns vorab bei ein paar Einheimischen über die Einreise nach Guatemala bzw. den Grenzübergang zwischen Belize und Guatemala informiert. Eine nette Frau teilte uns mit, dass wir am besten mit einem Taxi zunächst an die Belize-Seite der Grenze fahren sollten. Dafür eignen sich besonders die Taxis aus der Stadt Benque Viejo del Carmen an der Grenze zu Guatemala, da die Taxi-Fahrer lediglich 5 BZ$ p.P. (~ 2 EUR) für die Beförderung an die Grenze verlangen. Die Taxen erkennt man an den vertikal gedruckten Buchstaben „BVO“ auf grünen Nummernschildern. An der Grenze spaziert man an den Geldwechsel-Menschen vorbei in ein Gebäude, in dem Reisepässe kontrolliert werden und die offizielle Ausreisegebühr von aktuell 40 BZ$ p.P. (~ 17 EUR) fällig wird. Die Zahlung kann auch ohne Extra-Gebühren per Kreditkarte erledigt werden. […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.