Bolivien

Bolivien – das gefühlt und tatsächlich ärmste Land Südamerikas mit einem nominalen BIP von ca. 3200 USD pro Kopf. Die Armut und die neidischen Blicke begleiteten uns während der kompletten Reise durch das Land. Es ist nicht zum ersten Mal, dass die finanzielle Lücke zwischen uns, europäischen Reisenden, und den Einheimischen recht groß ist. In Bolivien hat man dies jedoch stets gespürt. Man fühlte sich oft nicht wohl. Keine Liebe in diesem Dschungel.

Bolivien hat summa summarum rein menschlich nicht all zu viel zu bieten. Der Eindruck ist rein subjektiv und vermutlich komplett verzerrt, dennoch habe ich so gefühlt. Man fühlt sich sehr oft unwillkommen und wie eine Cash-Cow. Unabhängig davon, ob man Menschen auf der Straße begegnet, in einem Restaurant essen geht, in einem Shop oder auf einem Markt etwas kauft. Z.B. wird oft davon Gebrauch gemacht, dass man kein Spanisch spricht. Bezahlt man etwas ohne zu fragen wie viel die Ware kostet, gibt es kein Restgeld zurück. Fragt man nach, kostet die Ware zufällig genau so viel, wie man gegeben hat. Für andere Dinge wird der Preis nach der Bezahlung aufgerundet. Alles in der Hoffnung, dass der reiche Tourist schon nicht nachfragen bzw. sich wegen einigen wenigen Bolivianos nicht anstellen wird. Service, Freundlichkeit und teilweise Hygiene sind im Allgemeinen unabhängig von der Preisklasse ein Fremdwort. Ausnahmen bestätigen bekanntlich wie immer die Regel ^^

Das Verhalten der Menschen wird durch Naturwunder, wie z.B. Titicacasee und Salar de Uyuni, wettgemacht. Und darum soll es hier gehen..

Allgemeines

Höhenkrankheit

In Bolivien befindet man sich permanent auf einigen Tausend Metern Höhe. Eine Akklimatisierung vor langen Touren ist mehr als angebracht. Ansonsten verbringt man die Tage mit Kopfschmerzen oder brechend bzw. mit noch schlimmeren Symptomen (bis zum Tod) im Wagen. Hier ist ein sehr interessanter Artikel über Akklimatisation, Adaption und weiteren interessanten Erläuterungen zur Höhenkrankheit sowie Maßnahmen zur Vorbeugung von einem Bergsteiger beschrieben. Es wird übrigens empfohlen nicht mehr als 300 Meter am Tag aufzusteigen. Dass dies nicht wirklich machbar ist, da man sonst wochenlang akklimatisieren müsste, sollte klar sein.

Wir kamen aus dem hochgelegenen Cusco, Peru und waren bereits an die Höhe gewöhnt. Nach wochenlangem Reisen durch die Höhen fühlt sich die Rückkehr in tiefer gelegene Regionen übrigens ganz nice an. Man fühlt sich plötzlich stärker und hat aus dem Nichts mehr Ausdauer 🙂 Komplett verschont sind wir jedoch auch nicht geblieben: Die Übernachtung auf 4200 Metern Höhe (dazu später mehr) hat an die ersten Nächte in Cusco erinnert.

Transport

Die Busse, mit den wir in Bolivien unterwegs waren, waren ganz ok. Nachts kann es in diesen jedoch aufgrund der Höhe kalt werden – gerade in der kalten Jahreszeit. In jedem Terminal muss man eine kleine Gebühr bezahlen bevor man in den Bus darf. Auf den Busbahnhöfen wurden wir oft darauf hingewiesen alle Sachen hart im Griff zu haben. Beim Terminal in La Paz wurde die Gepäckausgabe erst nachdem alle Gäste aus dem Bus waren aufgemacht: Es kommt oft vor, dass die Gepäckstücke geklaut werden.

Bei Taxis sollte man in dem ganzen Land, besonders jedoch in La Paz, aufpassen. Fake-Taxis, die zum Zwecks des Raubes existieren und mit Fake-Polizisten in zivilen Klamotten zusammenarbeiten, sind keine Seltenheit. Auch in Hotels wird darauf hingewiesen nicht in zufällig vorbei fahrende Taxen einzusteigen, sondern Radio-Taxis zu bestellen bzw. auf Lizenz zu achten. Im Internet kursieren einige Horrorstories von Entführungsfallen, in denen Taxifahrer involviert waren.

Shady wirkende Vans, die einen angeblich für wenig Geld und ohne weitere Passagiere z.B. von Copacabana nach La Paz bringen können, würde ich ebenfalls meiden. Es sind einige Betrugsfälle bekannt, in den eben solche auf Touristen spezialisierte Vans involviert waren. In der Regel wird man dann für einige Tage festgehalten bis alle Konten geplündert sind. Manche Stories enden dann tragisch: siehe oben und z.B. hier.

Titicacasee/Copacabana

Copacabana

Von Cusco, Peru ging es mit einem Bus nach Copacabana, eine kleine Stadt am Titicacasee. Die Standard-Backpacker-Route führt die Leute meist von Cusco über Puno nach Copacabana. Die Ankunftszeit in Puno wäre dort jedoch mitten in der Nacht – also haben wir uns für Copacabana entschieden. Dort haben wir uns in das Hotel „Hostal Real los Andes del Lago“ für ca. 22 EUR/Nacht eingemietet. Eine gute Unterkunft mit warmen Wasser, schlechtem Internet und sehr netten Mitarbeitern, die für alles gesorgt haben.

Titicacasee ist laut Wikipedia der größte Süßwassersee Südamerikas und das höchstgelegene (3812 Meter über dem Meeresspiegel) kommerziell schiffbare Gewässer des Planeten. Etwas weniger als die Hälfte des Sees gehört zu Bolivien.

Wir haben die Zeit am See relativ ruhig verbracht, waren etwas wandern und haben Isla del Sol besucht. Als eine relativ kurze Wanderroute eignet sich der Aufstieg auf den 4011 Meter hohen Hügel Cerro Calvario. Von dort aus hat man einen guten Überblick über Copacabana, Titicacasee, Tonnen von Müll, der den heiligen Berg heruntergeschmissen wird, sowie aufgrund von Kerzen verrußte Steine entlang des Pilgerweges und auf dem Gipfel.

Isla del Sol wird morgens von Copacabana aus von diversen Booten angefahren. Hierzu reicht es morgens zu dem Pier zu gehen und sich für umgerechnet 3-4 EUR p.P. ein Ticket zu kaufen. Auf der Insel selbst wird ebenfalls eine kleine Gebühr fällig (irgendein Naturschutzvorwand). Die Fahrt dauert eine gefühlte Ewigkeit (1,5-2 Stunden), weil die Boote nur über schwache Motoren verfügen und deshalb nur langsam voran kommen.

Auf der Insel der Sonne kann man sich anschließend (fast) frei bewegen (zu Fuß oder auf einem Esel (?); motorisierten Verkehr gibt es nicht). Aktuell ist es leider nicht möglich den nördlichen bzw. zentralen Teil der Insel zu erkunden. Die dort lebenden Gemeinden sind sich über irgendetwas nicht einig. Deshalb blockiert der südliche Teil der Insel den Zugang zum Rest. Es fahren auch keine Boote mehr den Norden der Insel an. Vor diesem Konflikt war es möglich im Süden aus dem Boot zu steigen, in den Norden zu wandern und anschließend von dort aus wieder zurück nach Copacabana mit dem Boot zu fahren.

Wir sind bis zu der „Grenze“ gewandert. Dort sitzen ein Dutzend Frauen und ein Mann am Rande der Straße. Der Mann kam zu uns, gab uns die Hand und hat einige Minuten die Situation auf spanisch geschildert. Aufgrund mangelnder Spanischkenntnisse haben wir lediglich verstanden, dass wir nicht weiter gehen dürfen. Also respektierten wir das Verbot und kehrten um. Später im Hotel erzählte uns ein Angestellter, das Copacabana unter diesen Umständen leidet und der Tourismus seitdem abgeflacht ist. Des Weiteren habe sich angeblich bereits die Regierung als Schlichter zwischen den Einheimischen versucht, jedoch zumindest bisher gescheitert.

La Paz

La Paz

Für kleines Geld ging es mit einem Bus von Copacabana nach La Paz, der am höchsten gelegene Regierungssitz weltweit (Hauptstadt von Bolivien ist Sucre). Die Millionenstadt liegt zwischen 3200 bis 4100 Metern über dem Meeresspiegel. Der Wohlstand der Stadt ist ähnlich verteilt: Je höher die Wohngegend desto ärmer die Bevölkerung. Dies liegt daran, dass die wenigen Hundert Meter bereits einen großen Unterschied im Wetter darstellen – tiefer gelegene Gegenden haben ein milderes Klima und sind somit attraktiver und teurer.

Wir hatten ein Hotel direkt auf der Sagarnaga Street, dem touristischen Herzen der Stadt. Überall befanden sich Shops und teuere Restaurants. Am Anfang der Straße befand sich die Kirche „Basílica de San Francisco“ mit einem Platz davor, auf dem ständig Action herrschte und unterschiedliche Aufführungen, wie z.B. Clowns, Breakdance und Gesangswettbewerbe, stattfanden. Weiter hinter dem „Plaza Mayor“ ist zudem ein Essensmarket indem man sehr günstig essen konnte.

Seit einigen Jahren existiert in der hochgelegenen Stadt eine Seilbahn namens „Teleferico„, die ursprünglich El Alto und La Paz verbinden sollte. Die Fahrt mit dieser kostet nur wenige Cents und ist als Entlastung für den Verkehr gedacht. Die Bahn wurde von einer österreichischen Firma (vom wem auch sonst ^^) gebaut und gilt als eines der Aushängeschilder von La Paz. In der Nähe der Stationen sowie in den Stationen selbst fühlt man sich wie in einer anderen Welt: Alles ist extrem sauber, frisch gestrichen und gepflegt. Mi Teleférico lässt sich wunderbar auch für touristische Zwecke in Form einer sehr guten Aussicht über die Stadt missbrauchen. Interessant sind auch Slums-Gegenden, in die man sich sonst nicht trauen würde. So „fliegt“ man in einer sicheren Höhe über die Viertel und kann ein bisschen Katastrophen-Tourismus betreiben und den eigenen Voyeurismus bedienen.

Uyuni

SUV

Aus La Paz ging es mit einem Nachtbus nach Uyuni. Der Nachtbus kam bereits sehr früh gegen 4 Uhr morgens in Uyuni an. Direkt am Bahnhof kommen Headhunter auf einen zu, die einen Platz in einem Café anbieten, bis ein Check-In in dem gebuchten Hotel möglich ist. Leider bleibt einem keine andere Wahl als dieses Angebot anzunehmen und mit Hunderten Touristen aus Dutzenden Bussen den Morgen in einem der komplett überfüllten und überteuerten Cafés zu verbringen.

Wir haben für ca. 20 EUR in „Hotel Salcay“ übernachtet. Early-Check-In war auch dort leider nicht möglich. Die unfreundlichste Tresenfrau auf dem Planeten hat uns von oben herab angeschaut und erinnert, dass der Check-In erst ab 12 Uhr möglich wäre. Ich würde gerne von diesem Hotel abraten, bezweifele jedoch, dass es ein besseres in dieser Preisklasse in diesem Loch existiert. Die Bettwäsche wurde nach einem Hinweis auf dreckige Stellen erneuert, das Bad hatte warmes Wasser, es existierte eine elektrische Heizung im Zimmer und das Frühstück wurde zwar von unfreundlichen Vollidioten verspätet und mit einer beschissenen Miene serviert, schmeckte jedoch ganz ok.

Uyuni ist ein kleiner auf 3675 Meter Höhe gelegener Ort im Südwesten Boliviens. Der Ort hat absolut nichts zu bieten. Es gibt nichts zu sehen, die Restaurants führen zum Durchfall und die Märkte bieten ebenfalls nicht viel. Gefühlt der einzige Grund, warum dieser Ort in der Wüste existiert ist die Tatsache, dass von hier aus die Touren in die größte (auch wenn knapp) Salztonebene des Planeten – Salar de Uyuni – starten. Die Stadt hat nach russischen Provinzstädten die größte Dichte an SUVs der Welt – alle paar Meter kommt einem ein Toyota, ein Lexus oder seltener ein Nissan entgegen. In den Fahrzeugen können in der Regel sieben Personen inkl. dem Fahrer Platz nehmen.

Salar de Uyuni

Die Salzsee ist neben ihrer Einzigartigkeit für das weltweit größte Lithiumvorkommen (50-70% der weltweiten Lithiumreserven) bekannt. Der Bedarf für Lithium ist aufgrund der Digitalisierung und damit einhergehendem Bedarf nach Lithium-Ionen-Akkumulatoren in den letzten Jahren stetig gewachsen. Trotz der riesigen Mengen von Lithium findet der Abbau in Salar de Uyuni gemäßigt und nachhaltig statt. So wird der Abbau streng reguliert, kontrolliert und ist auf wenige Tausend Tonnen im Jahr beschränkt.

Tour durch Salar und den Nordwesten

In Uyuni selbst haben wir zwei Nächte übernachtet. Die Tage haben wir damit verbracht eine Tour zu suchen. Nach einigen Horrorstories über besoffene Fahrer und überschlagene Autos aus dem Internet, haben wir uns besonders viel Zeit fürs Buchen gelassen. Diese Erfahrungsberichte gehören laut einer Tour-Verkäuferin der Vergangenheit an, da jetzt alles sehr viel professioneller sei. Die Fahrer würden ihren Job verlieren und die Hoffnung auf eine Neuanstellung wäre in einem solchen Fall sehr gering. Wie auch immer. Ein Risiko wollten wir dennoch nicht eingehen und haben uns alles etwas genauer angeschaut.

Vorbereitung & Planung

Laut verschiedenen Quellen die beste aber auch teuerste Tour-Agentur ist „Red Planet Expedition„. Die Touren werden scheinbar meist jedoch übers Internet vermittelt und sind mindestens Wochen im Voraus ausgebucht – das Office in Uyuni war stets geschlossen. Wir wollten zudem eine Tour mit 3 Nächten und 4 Tagen und einem Ende in San Pedro de Atacama, Chile. Die meisten Agenturen bieten etwas kürzere Touren an.

Wie immer erzählen die verständlicherweise parteiischen Tourvermittler stets wie gut ihre eigenen Touren seien. Wir wollten jedoch eine etwas differenzierte Meinung und haben versucht die Touristen abzufangen, die gerade eine Tour beendet haben. So geschah es am Ende auch mit dem Anbieter „Uturunku Travel„. Es kam gerade ein Fahrzeug zurück. Die Tour-Dame hat versucht uns auf dem Weg dorthin abzufangen, um die Tour zu verkaufen. Wir liefen an ihr vorbei und sprachen mit den Backpackern, die von der Tour, dem Fahrer und dem Essen begeistert erzählten. Zufälligerweise (?) war es zudem gleichzeitig der günstigste Anbieter – das Warten hat sich gelohnt!

Die Touren kosteten sonst zwischen 140 und 160 EUR p.P. (noch mal: 3 Nächte, 4 Tage und All-Inclusive). Diese Agentur verlangte ca. 125 EUR p.P. Die Tour beinhaltete Zugfriedhof, Dakar-Stop, Übernachtung in Coquesa an dem Vulkan Tunupa, Isla Incahuasi, Übernachtung in San Juan, diverse Lagunenstops (Canapa, Honda etc.), Steinbaum 🙂 (Árbol de Piedra), Übernachtung an Laguna Colorada, Geysire, heiße Quellen, Dali-Wüste sowie den Transport und ein Busticket nach San Pedro de Atacama, Chile. In dem Preis nicht inbegriffen waren die relativ kleinen Eintrittsgelder z.B. für Isla Incahuasi und die 16 EUR p.P. für den bolivianischen Nationalpark im Norden. Für einen englisch sprechenden Guide zahlt man übrigens ca. 40-50% Aufpreis – sehr teuer. Dies hängt damit zusammen, dass eine Extra-Person neben dem Fahrer, nämlich der Guide, mitkommt. So fällt ein Platz weg und der Guide muss auch bezahlt werden – deshalb der Preis. Englisch sprechende Fahrer gibt es scheinbar nicht.

Es wird zudem überall empfohlen möglichst viel mitzunehmen, wie z.B. Wasser, Snacks etc., da es auf dem Weg angeblich nichts zu kaufen gibt. Dies ist mittlerweile genau so wie das Nichtvorhandensein von Strom oder warmen Wasser überholt. Es gab selbst auf 4200 Meter Höhe an Laguna Colorada einen Shop, der uns zu fast normalen Preisen Wein verkauft hat. Wasser konnte man ebenfalls überall kaufen, genau so wie Snacks. Warmes Wasser zum Duschen gab es in der dritten Nacht (Laguna Colorada) nicht. Der Besitzer meinte jedoch, dass dies sich bald ändern würde. Der Strom dort wurde gegen 21:00 Uhr abgeschaltet. An den beiden anderen Unterkünften konnte man die Geräte auch über Nacht laden. Wir haben aus Angst mind. 10 Liter Wasser mitgenommen und mussten und mit den Riesenkanistern rumschlagen 🙂

Eins sollte man sich zu Herzen nehmen: Warme Kleidung ist trotz bzw. gerade wegen der Wüste von großem Vorteil (siehe auch Huacachina, Peru). Tagsüber ist es Dank der Sonne sehr heiß (Sonnencreme nicht vergessen). Sobald die Sonne sich in Richtung des Horizontes bewegt wird es extrem windig und kalt. Die Höhe und die Berge spielen am Ende der Tour ebenfalls eine Rolle: Nachts wurde es in den kaum abgedichteten Salzhotels sehr kalt (Außentemperatur an der Laguna Colorado in 4200 Metern Höhe im Juli kann unter -20°C fallen). Des Weiteren haben wir einen Sonnenaufgang auf 5000 Meter Höhe bei -8°C erlebt. Da wünscht man sich dann warme Kleidung.

Durchführung

Am ersten Tag ging mit einer Verspätung von 1-2 Stunden zu dem Zugfriedhof (Cementerio de Trenes). Interessant aber wenig beeindruckend und total überfüllt. Es ist der erste Stopp für alle erdenklichen Ein- und Mehrtagestouren.

Zugfriedhof

Anschließend ging es zurück über Uyuni nach Colchani. Ein Dorf bestehend aus Souvenirshops. Dort sitzen Dutzende Verkäufer gelangweilt an ihren Ständen und verkaufen Zeugs.

Nach zwanzig Minuten fing es dann an spannend zu werden: Nach einer kurzen Fahrzeugkontrolle sind wir von dem Highway runter und fuhren zum ersten Mal auf dem Salz. Nach einigen Kilometern fängt man an diese unendliche Weite vom weißen Salz zu realisieren. Es sieht aus wie auf den Fotos. Die Sonne knallt, der Himmel ist blau und es ist durch die Reflexion kaum möglich die Sonnenbrille abzunehmen ohne zu erblinden. Da es teilweise außer dem Auto und den Menschen darin kaum einen Anhaltspunkt für den Maßstab gibt, sind die Entfernungen kaum abschätzbar. Es fehlen einem die Bekannten Relationen. Alles zerfließt ab einer bestimmten Entfernung zu einer weißen Masse.. einfach beeindruckend 🙂

Salar de Uyuni

Salar de Uyuni

Wir hielten in der Nähe des Rallye-Dakar-Zeichens in dem Hotel de Sal für eine Mittagspause. Für das Essen ist übrigens der Fahrer zuständig. Es ist meistens nichts außergewöhnliches oder besonderes aber ausreichend, sättigend und schmeckt nicht schlecht (Salat, Hühnchen, Reis, Gemüse, Schaf, Schwein, Spaghetti-Bolognese). Hin und wieder gab es dann Wasser, Cola oder sogar Wein dazu.

Dakar

Dakar Bolivia

Flaggen

Flaggen

Nach dem Mittagessen ging es zum am Fuße des 5432 Meter hohen Vulkans Tunupa liegenden Dorf Coquesa. Nach einem Spaziergang, einem sehr kalten Sonnenuntergang und einem Dinner ging es ins Salzbett in einem Doppelzimmer (wir hatten das Glück jede der drei Nächte in einem Doppelzimmer zu verbringen; dies wurde uns bei der Tourbuchung eigentlich nicht zugesagt). Am nächsten Morgen stand die Besteigung des Vulkanes mit einer zu knapp bemessenen Zeit auf dem Programm. Da die Kasse für den Einlass zu dem Nationalpark zu spät aufging und wir zudem bereits am Mittag aufbrechen wollten, habe ich es nur auf einen kleinen Gipfel geschafft.

Coquesa & Tunupa

Coquesa & Tunupa

Aussicht von oben

Aussicht von oben

Nach dem Mittagessen ging es also zu der Isla Incahuasi. Es handelt sich hierbei um eine Insel mitten auf dem Salar de Uyuni. Das Besondere an der Insel sind die gigantische Kakteen, die mehrere Meter in die Höhe ragen. Die Insel ist voll davon. Des Weiteren sind riesige korallen-artige Steine, durch die man teilweise durchlaufen kann, auf der Insel verteilt.

Isla Incahuasi

Isla Incahuasi

Nach der Insel ging es zu einem Hostel nach San Juan. Nach der Ankunft gab es ein Dinner, eine warme Dusche gegen Aufpreis sowie ein relativ dreckiges Bett. Hier kamen zum ersten Mal unsere Ganzkörper-Schlafkondome zum Einsatz. Wie jede Art von Schlafsack nicht sehr gemütlich, macht jedoch was es in diesem Fall soll: Den Schlaf etwas hygienischer!

Morgens ging nach einem Frühstück zu diversen Lagunen (Canapa, Hedionda, Chiarcota, Honda) unterschiedlichster Farben und voll mit Flamingos, einem aktiven Vulkan namens Ollagüe sowie dem Steinbaum Arbol de Piedra. An einer der zahlreichen Lagunen gab es dann auch irgendwann Mittagessen. An diesem Tag verbrachten wir relativ viel Zeit in dem SUV. Hier wurde dann auch klar, warum nur SUVs und keine Vans oder ähnliche Fahrzeug auf der Route anzutreffen sind: So manche Pässe wären mit diesen nicht passierbar. Die SUVs haben zudem zur Sicherheit Benzin und vermutlich Trinkwasser auf dem Dach geschnallt. Zumindest unser Fahrer verfügte als weiteres Sicherheitsmerkmal über ein Satellitentelefon.

Flamingo

Flamingo

Vulkan Ollagüe

Vulkan Ollagüe

Arbol de Piedra

Arbol de Piedra

Nach interessanten Diskussionen über Israel und den Gaza-Streifen und einer weiteren kurzen Nacht in der Nähe von Laguna Colorada mit Höhenkrankheit auf 4200 Metern Höhe ging es morgens in der Dunkelheit höher in die Berge. Nach einer Stunde erreichten wir die blubbernden, dampfenden und Schwefel spuckenden Geysire auf knapp 5000 Metern Höhe. Der Dampf steigt mehrere Dutzend Meter über dem Boden auf. Der Geruch von faulen Eiern liegt überall in der Luft. Ein beeindruckendes Naturschauspiel bei kühlen -8°C Außentemperatur.

Laguna Colorada

Laguna Colorada

Geysire & Stern auf dem Kopf

Geysire & Stern auf dem Kopf

Anschließend fuhren wir zum nächsten Highlight des Tages: Die heißen Quellen „Termas de Polques„. Hier kann man bei Minus-Außentemperaturen das ca. 40°C warme Wasser in den Becken genießen. Das Becken verfügt über einen Ein- und Auslauf und wird nicht künstlich beheizt. Es war sehr entspannend in den ersten Sonnenstrahlen im Wasser zu liegen. Leider wird das Becken mit fortschreitender Zeit etwas voller.

Termas de Polques 1

Termas de Polques 1

Termas de Polques 2

Termas de Polques 2

Nach dem Bad ging es zu weiteren Lagunen, wie z.B. Laguna Verde am Fuße des Vulkans Lincacabur oder Laguna Blanca, sowie durch die Dali-Wüste in Richtung der Grenze zu Chile.

Peace!

Peace!

(Unschönes) Ende der Tour

Die Tour endete für uns an der bolivianischen Seite der Grenze zu Chile ca. eine Stunden entfernt von San Pedro de Atacama. Dort existiert ein Container-Haus mit korrupten Beamten, die ähnlich wie auf der mexikanischen Seite der Grenze zwischen Mexiko und Belize eine illegale Ausreisegebühr verlangen, für die es keinerlei gesetzliche Grundlage gibt. Diese betrug hier jedoch umgerechnet weniger als zwei EUR. Eher aus Prinzip haben wir uns hier ebenfalls quer gestellt, eine Quittung verlangt bzw. auf die Illegalität hingewiesen.

Die Männer (einer in voller Uniform-Montur inkl. schusssicherer Weste, ein anderer in ziviler Kleidung) wurden extrem aggressiv und es kam beinahe zu Handgreiflichkeiten seitens der Beamten. Wir wurden durch Schreie und ohne Ausreisestempel gebeten den Raum zu verlassen. Nach der mehrmaligen Verweigerung und Bitte um Ausreisestempel ist die Situation beinahe eskaliert. Ich verließ den Raum und habe das Spielfeld Hanna überlassen, die mit ihrem weiblichen Charme und dem Geld die Beamten zum Stempeln überzeugen konnte 😉 So nahmen wir den Bus in Richtung San Pedro de Atacama und waren eine Stunde später in Chile.

Leider haben wir unseren netten Fahrer, der für uns vier Tage gesorgt hat, verpasst. Er hatte es scheinbar eilig und musste ohne das satte Trinkgeld, das ich für ihn bereits bei Seite gepackt habe, abreisen. Tjo ^^

Ende gut, alles gut. Adiós Bolivia 🙂

 

Peace & Gruß aus den Philippinen

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