Südkorea

Südkorea wurde von uns als eine Art Fly-Over-Country missbraucht, um von hier weiter in Richtung Südostasien zu reisen. Das Land ist nicht unbedingt auf jeder Must-Go-Liste von Backpackern. Zu Unrecht! Ich denke, dass Südkorea sich gerade für Asia-Einsteiger sehr gut zum Bereisen eignet. Die Infrastruktur ist sehr gut ausgebaut, viele Menschen sprechen Englisch, es ist überall relativ sauber. Dazu bekommt man den Flair ostasiatischer Großstädte und nicht zuletzt eine sehr gute, leckere und ausgewogene Ernährung. Des Weiteren gibt es hier sehr viele, leider meist rekonstruierte oder restaurierte Bauten und Paläste, die Tiefe Einblicke in die Geschichte und Kultur bieten. Wir verbrachten eine knappe Woche über Weihnachten in Seoul bevor es anschließend weiter auf die Philippinen ging.

Nach einer ca. 35 Stunden langen Anreise aus Santiago de Chile (Warum Santiago/Seoul?) über Madrid kamen wir im verschneiten Seoul an. Die darauf folgenden Nächte schliefen wir im Daehanjang Motel. Dies war eine relativ einfache aber saubere und warme Unterkunft (wir hatten sogar ein beheiztes Bett 🙂 ). Die Preise für Hotels sind in Südkorea vor allem während der Weihnachtszeit recht hoch (evtl. spielten die bald stattfindenden olympischen Winterspiele ebenfalls eine Rolle). Das Hotel befand sich in Nähe des Myeongdong-Markets, der nachts und während der Weihnachtstage sehr bunt ausgeleuchtet war. Zudem waren dort viele bezahlbare Cafés, Shopping-Malls und Restaurants. Da wir sehr wenige warme Klamotten dabei hatten, waren diese neben den seltenen Sonnenstrahlen sehr gut zum Auftauen geeignet.

Nah an unserem Motel lag der Namsangol Hanok Village Park. Dieser war auch bei Eiseskälte und der Quasi-Schließung (vermutlich wegen des Winters) wegen der traditionellen Bauten, koreanischen Gärten und bei klarer Sicht einem Aussichtspunkt über die Stadt recht interessant anzusehen. Des Weiteren haben wir den Gyeongbokgung-Palast besucht. Der Palast wurde von den Japanern im Zweiten Weltkrieg komplett abgerissen. Die Restauration begann 1990 und ist immer noch nicht abgeschlossen.

Die Verarbeitung der Unterdrückung sowie der Versuch der kulturellen Abgrenzung von Japanern ist eines der wesentlichen Bestandteile vieler Erzählungen/Geschichten in diesem Palast und anderen historischen Bauten. Es entsteht der Eindruck, dass die Koreaner die Repressionen bzw. die Besatzung längst nicht vergeben und erst recht nicht vergessen haben. Anzumerken wäre noch, dass viele der Einheimischen und Touristen den Palast in traditioneller koreanischer Kleidung besuchen, die man sich im Umkreis vom Palast kaufen bzw. leihen kann. Bei Touristen sahen die Kleider bescheuert und lächerlich aus… aber jedem das Seine 🙂

King Sejong (Gwanghwamun Square) & Smog

King Sejong (Gwanghwamun Square) & Smog

Gyeongbokgung Palast

Gyeongbokgung Palast

Wegen der damaligen Eskalation (Dezember 2017) der Situation mit Nordkorea und den Feiertagen, fanden überall mehr oder minder friedliche Proteste statt, an den wir passiv teilgenommen haben 🙂 Manche hatten offensichtliche Anliegen, andere haben wir uns von den Koreanern in teilweise sehr schlechtem Englisch erklären lassen. Die Polizeipräsenz war enorm und hat durch seltsame Manöver eher für Hektik als Ruhe gesorgt. Wir haben uns meistens am Rande der Demos an einem ruhigen Ort aufgehalten und versucht nicht aufzufallen.

Zu erwähnen wäre noch der Besuch des hippen Studenten- bzw. Universitätsviertels Sinchon. Dort ist abends auch bei Regen und Frost Action angesagt. Überall gibt es Restaurants und vereinzelt Essensstände. Viele junge Menschen tanzen auf den Straßen in Gruppen und haben Spaß. Definitiv einen Blick wert.

Gwangjang Market bzw. Dongdaemun Market ist ebenfalls einen Besuch wert. Dort kann alles Erdenkliche aber vor allem gekochte, getrocknete, gebratene, frittierte und rohe Nahrungsmittel gekauft werden. Unzählige Streetfood-Möglichkeiten bietet allerart koreanisches Essen für relativ wenig Geld. Das Essen in Korea hat uns im Allgemeinen durch die Vielfalt und den Geschmack positiv überrascht. Zudem steht es zumindest gefühlt in keinem Verhältnis zu den Hotel- bzw. Immobilienpreisen. Man findet überall kleinere Restaurants mit günstigem aber leckerem Essen. Fazit: Südkorea ist allein wegen dem Essen einen Abstecher wert 😉

Peace & Grüße aus Thailand

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1 Antwort

  1. 20. August 2018

    […] Seoul, Südkorea buchten wir einen Flug ins Warme. An der Westküste der Philippinen sah es gut aus: Viel Sonne, […]

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